Feuerwehrsport

Einleitung

Körperliche Fitness und Sport bilden nach wie vor eine der entscheidenden Grundlagen zur Gewährleistung der Einsatzbereitschaft der Kameraden unserer Feuerwehren. Bei der zum großen Teil ehrenamtlichen Arbeit in den freiwilligen Feuerwehren ist es unabdingbar, den psychischen und physischen Belastungen gewachsen zu sein. Sie liegen nur allzuoft an den Grenzen dessen, wozu jeder einzelne von uns im Stande ist. Eine schnelle Inbetriebnahme der Feuerlöschmittel, die technische Hilfeleistung mit schwerem Gerät, der Schutz und die Bergung von Sachwerten, die Arbeit in großen Höhen, in stark verrauchten und heißen Räumen, die Überwindung verschiedenster Hindernisse, vor allem aber die ständige Einsatzbereitschaft rund um die Uhr erfordern neben einem hohen Pflichtbewusstsein einen guten Gesundheitszustand sowie Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit.

Feuerwehrmann mit Atemschutz

Aus diesem Grund ist es unbestreitbar, dass diese Eigenschaften und Fertigkeiten in der Ausbildung der Feuerwehren einen äußerst hohen Stellenwert einnehmen sollten. Die Festigung der Gesundheit, die Entwicklung der notwendigen Eigenschaften sowie die Vervollkommnung der Fertigkeiten der Kameraden werden am Wirksamsten durch die Vereinigung der Einsatztätigkeit mit besonderen sportlichen Übungen und den verschiedensten Sportarten auf der Basis einer allseitigen sportlichen Ausbildung gewährleistet. Die zur ständigen Verbesserung der körperlichen Fitness am ehesten geeignete Sportart ist neben Ausdauer und Schnellkraft der angewandte Feuerwehrsport.

Historie

Der angewandte Feuerwehrsport, der ein wichtiges Mittel der sportlichen und einsatzmäßigen Ausbildung innerhalb der Feuerwehr darstellt, ist auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion entstanden. Im Jahre 1937 fanden hier die ersten größeren Wettkämpfe statt. Mit der Vervollkommnung der Technik in den einzelnen Disziplinen wurden auch die technischen Errungenschaften von Jahr zu Jahr verbessert. Lag der Rekord beim Aufstieg mit der Hakenleiter im Jahre 1937 noch bei 29,8 Sekunden, so konnte dieser im Jahre 1951 auf 18,4 Sekunden verbessert werden. Dagegen scheint der aktuelle Weltrekord aus dem Jahr 2011 in dieser Disziplin mit 12,95 Sekunden wie aus einer anderen Welt. Eine derartige Verbesserung der Ergebnisse ist der Beweis für den Erfolg der sportlichen Ausbildung innerhalb der Feuerwehr und die breite Ausnutzung der sportlichen Methoden, d.h. der allseitigen sportlichen Ausbildung und eines regelmäßigen Trainings im Laufe eines ganzen Jahres.

100 Meter Hindernisbahn in der DDR

100 Meter Hindernisbahn in der DDR

Auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wurde der Feuerwehrsport in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Leistungsfähigkeit der Angehörigen der Abteilung Feuerwehr zu steigern. Bis zur politischen Wende entwickelte sich der Feuerwehrsport zu einem Leistungssport, der von den Feuerwehrmännern alles abverlangte. In der damaligen Kaderschmiede Heyrothsberge in Sachsen-Anhalt wurde alles getan, um die Leistungsfähigkeit der Sportler zu steigern. In nationalen und internationalen Wettkämpfen konnten die Besten ihrer Zunft der Abteilung Feuerwehr viele Siege und hervorragende Platzierungen erringen.

Nach 1990 wurden die Tätigkeiten auf diesem Gebiet eingestellt und fast wäre der Feuerwehrsport völlig verschwunden. Doch dem unermüdlichen Einsatz einiger Kameraden ist es zu verdanken, dass diese Sportart heute bei den Feuerwehren wieder im Kommen ist. So haben sich Mitte der 90er Jahre vielerorts neue Regionalmannschaften gebildet, die auf das Wissen von erfahrenen Kennern der Methodik, die gleichzeitig Meister dieses Sportes waren oder noch immer sind, zurückgreifen konnten. Auch wenn dem Feuerwehrsport heute nicht mehr so optimale Bedingungen zugrunde liegen, wie dies zu Zeiten der DDR der Fall war, so ist es dem persönlichen Engagements der Sportler, Trainer, Mannschaftsleiter, Betreuer sowie Veranstaltern und Sponsoren zu verdanken, dass auch heute Leistungen gezeigt werden, die ein „Normalsterblicher“ nur schwer nachvollziehen kann. So bildet das große und ungebrochene Interesse aller Beteiligten heutzutage die Grundlage für eine ständige Verbesserung der Ergebnisse im Feuerwehrsport.

Wettkämpfe

Das große Interesse zahlreicher junger Feuerwehrkameraden und die bundesweite Entwicklung des Feuerwehrsports haben im letzten Jahrzehnt den Wettkampfkalender um einige Ereignisse erweitert. Prinzipiell muss zwischen nationalen Pokalwettkämpfen, Wettkampfserien und Meisterschaften auf der einen Seite sowie internationalen Wettbewerben auf der anderen Seite unterschieden werden.

Der Weg an Deutschlands Spitze sowie die daraus resultierende Repräsentation des Deutschen Feuerwehrwesens, bei der alle 4 Jahre stattfindenden Internationalen Feuerwehrolympiaden des CTIF ist lang. Bereits 2 Jahre zuvor muss im Rahmen einer Landesmeisterschaft der Grundstein gelegt werden. Die Besten der Länder treten im Jahr darauf zu den ebenfalls nur alle 4 Jahre stattfindenden Deutschen Meisterschaften gegeneinander an und ermitteln bei den Männern und Frauen die jeweils 3 besten deutschen Feuerwehrsportmannschaften. Deutschland stellt somit insgesamt 6 Teams für den Internationalen Teil des Feuerwehrsports bei der im Jahr darauf stattfindenden Internationalen Feuerwehrolympiade.

Feuerwehrolympiade 2005 in Varazdin

Feuerwehrolympiade 2005 in Varazdin

Jährlich wird auf Bundesebene der Wettkampf um den Deutschlandpokal des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgetragen. Dabei wird eine Serie von einzelnen Wettkämpfen (Deutschland-Cup) an verschiedenen Standorten ausgetragen und die Resultate in einer Gesamtwertung zusammengezählt. Nach Möglichkeit erklärt sich jedes Bundesland bereit, mindestens einen der Wettbewerbe pro Jahr auszutragen. Da sich jedoch historisch bedingt der Internationale Feuerwehrsport nach der politischen Wende überwiegend im Osten der Republik etablieren konnte, beschränkt sich die Anzahl der Wettkämpfe dieser Serie auf 3 bis 5 pro Jahr.

Nichts desto trotz genießen diese Wettkämpfe um den Deutschlandpokal ein großes Ansehen unter den Sportlern der jeweiligen Teams. Denn im Gegensatz zu den Landesmeisterschaften und der Deutschen Meisterschaft, bei der sich stets die gesamte Mannschaft für das nächst höhere Ereignis im Jahr darauf qualifiziert, werden 10 der besten deutschen Feuerwehrsportler in die deutsche Nationalmannschaft des Feuerwehrsports berufen. Mit derzeit 31 anderen Nationen kämpft das Deutsche Team in der im jährlichen Wechsel stattfindenden Welt- und Europameisterschaft um die besten Plätze in den 4 Disziplinen des Feuerwehrsports.

Neben den oben beschriebenen Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene nutzen wir überdies die Chance unser Geschick in zahlreichen nationalen und regionalen Wettbewerben unter Beweis zu stellen.new/