7. Weltmeisterschaften im Feuerwehrsport in Cottbus vom 2.-4. September

Ein Sommermärchen im Feuerwehrsport – Rekorde und Höchstleistungen!!!

Logo der 7. WM in Cottbus

Der Wahnsinn – vier deutsche Rekorde und drei Weltrekorde. Das ist die ersteBilanz der siebten Weltmeisterschaft im Feuerwehrsport in Cottbus. Zum ersten Mal fand die WM in Deutschland statt – das es eine so außergewöhnliche werden würde, ahnte im Vorfeld niemand. Ausrichter der WM war neben der Internationalen Sportföderation (The International Sports Federation Of Fire Fighters & Rescuers) die Stadt Cottbus, die Feuerwehr Cottbus und der Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.Die Schirmherrschaft übernahm der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Aber fangen wir einmal von Vorne an. 18 Mannschaften aus 17 Nationen meldeten sich an und stellten damit den ersten Rekord auf – so viele Teilnehmer sah noch keine WM. Auch Teilnehmer-Neulinge gingen an den Start. Neben der Türkei reiste auch eine Mannschaft aus Südkorea an. Als Gastgeber besaß, und nutzte Deutschland die Möglichkeit zwei Mannschaften an den Start zu schicken, wobei die zweite Mannschaft außer der Wertung lief. Nichtsdestotrotz war es auch für die Mitglieder des zweiten Teams eine außergewöhnliche Erfahrung in diesem internationalem Rahmen starten zu können.

Nationalmannschaft Deutschland I+II
Nationalmannschaft Deutschland I+II (feuerwehr-cottbus.de)

Aus dem Team Mecklenburg-Vorpommern waren folgende Sportler in die Nationalmannschaft berufen worden:

Klaus Köster – FF Rövershagen
Hannes Rost – FF Charlottenthal
Sebastian Neubauer – FF Charlottenthal

Als Mannschaftsleiter für Team Deutschland I:

Klaus-Dieter Quade – FF Tribsees

Als Kampfrichter aus Mecklenburg-Vorpommern wurden berufen:

Matthias Virgin – FF Charlottenthal/Team M-V
Christian Klein – FF Stove/Ehrenmitglied Team M-V
Silvio Bauch – FF Lindholtz
Mayk Tessin – FF Ostseebad Nienhagen

Für die Kampfrichter ging es schon am Mittwoch, d. 31. August, nach Cottbus, denn das offizielle Training für die Mannschaften, die ebenfalls so früh anreisten, fand den ganzen Donnerstag statt. Unter einem strengen Zeitplan und mit Durchlaufverboten bei allen Disziplinen fand das Training statt. Auf dem Programm standen die 100m-Hindernisbahn, das Hakenleitersteigen, der Löschangriff und die 4x100m-Hindernisstaffel.

Da bei der WM leider (noch) keine Frauenmannschaften zugelassen sind, beschränkte sich die Teilnehmerzahl auf ca. 180 Feuerwehrsport-Wettkämpfer. Hinzu kamen die Teilnehmer des WM-Pokals im Löschangriff. Hier reisten ausschließlich nationale Frauen- und Männerteams an.

Christian Lehmann beim Anlauf an den Hakenleiterturm<br/>(feuerwehr-cottbus.de)
Christian Lehmann beim Anlauf an den Hakenleiterturm (feuerwehr-cottbus.de)

Richtig los ging es dann am Freitag mit dem Hakenleitersteigen. Zum ersten Mal fand diese Disziplin nicht im Stadion statt, in dem die restlichen Wettkämpfe ausgetragen wurden, sondern auf dem Platz vor der Stadthalle Cottbus. Das Ziel die Bevölkerung gezielt auf dem Feuerwehrsportwettkampf aufmerksam zu machen, ging vollends auf. Schnell füllte sich der Platz und es wurde eng um den Steigerturm herum. Die zeitbesten acht Sportler aus den Vorläufen traten in zwei Semifinals an, um einen der vier Plätze im Endlauf zu ergattern. Zu dieser Zeit wurde es schon dunkel, sodass der Hakenleiterturm mit Strahlern beleuchtet wurde. Eine ganz besondere und beeindruckende Stimmung erfüllte den Platz vor der Stadthalle. Bis zum Finale konnte allerdings keiner der Wettkämpfer den aktuellen Weltrekord von 12,95 Sekunden aus dem Jahre 2009 von Alexander Tischkowski aus Weißrussland knacken.Uladzimir Stralchenia, ebenfalls aus Weißrussland, schaffte es dann letztendlich im Finallauf die exakt selbe Zeit zu steigen und stellte dem Rekord damit ein. Auch Tom Gehlert als bester Deutscher stellte hier einen neuen deutschen Rekord mit 14,30 Sekunden auf und errang damit Platz 28 in dieser Einzelwertung, was inmitten dieser von überwiegend professionellen Sportlern betriebene Sportart eine hervorragende Leistung darstellt.

Eröffnungsveranstaltung vo der Stadthalle Cotbus<br/>(feuerwehr-cottbus.de)
Eröffnungsveranstaltung vo der Stadthalle Cottbus (feuerwehr-cottbus.de)

Zwischen den Vorläufen und Finalläufen im Hakenleitersteigen wurde die WM feierlich eröffnet. Alle Kampfrichter und Sportler fanden sich nach dem Einmarsch auf der Anlaufbahn des Hakenleiterturms ein, um vor mehreren hundert Zuschauern und geladenen Gästen die Flamme der 7. Weltmeisterschaft zu entzünden und um die Gelöbnisse der Sportler, durch Hannes Rost, Sportler des Team M-V als Kapitän der Nationalmannschaft, und Kampfrichter zu verlesen. Mit einem Feuerwerk, einer Liveband und einem kleinen Rummel anbei, wurde noch bis in die späten Abendstunden gefeiert. Allerdings nicht für die Kampfrichter und die Sportler. Für die ging es am Samstag früh gleich weiter mit den nächsten Wettkämpfen

Als erstes Stand Samstagmorgen um halb neun die 100m Hindernisbahn auf dem Programm. Auch hier wurden nur die besten Acht in den Semifinals platziert und die zeitbesten Vier davon in das Finale. Die Finals wurden erst am Sonntagnachmittag ausgetragen, gewonnen hat Vladimir Sidorenko aus Russland mit einer Fabelzeit von 15,20 Sekunden.

Validimir Sidorenko (Russland) auf der 100m Hindernisbahn (feuerwehr-cottbus.de)
Vladimir Sidorenko (Russland) auf der 100m Hindernisbahn (feuerwehr-cottbus.de)

Allerdings konnte hier kein neuer Weltrekord gefeiert werden, der somit immer noch bei 15,02 Sekunden steht. Zum Vergleich, der deutsche Rekord liegt bei 16,75 Sek. von Christian Engel. Als ein weiteres Highlight am Samstag stand noch die 4x100m Bahn auf dem Plan. Alle Mannschaften zeigten hier Ausnahmeleistungen. Vor allem die A-Staffel aus Russland, die mit 55,32 Sekunden hier den Sieg davon trug. Aber auch die zwei deutschen Mannschaften sorgten für Aufsehen. Gleich drei Mal aufeinanderfolgend (bei vier Läufen für Dtl.) wurde der deutsche Rekord eingestellt. Letztendlich erreichte man mit 61,24 Sekunden Platz 10 in dieser Disziplin. An diesem Tag fanden bis zu 3000 Zuschauer den Weg in das Stadion am Sportzentrum in Cottbus, was man auch die gesamte Zeit an der Lautstärke im Stadion erkennen konnte

Am Sonntag galt es dann noch, neben den schon erwähnten Finalläufen in der 100m Hindernisbahn, den Löschangriff erfolgreich durchzuführen. Dazu füllte sich das Stadion erheblich und mehr als 4000 Zuschauer erlebten noch einmal Höchstleistungen auf dem Platz.

Team Deutschland beim Löschangriff<br/>(feuerwehr-cottbus.de)
Team Deutschland beim Löschangriff (feuerwehr-cottbus.de)

Hier gewann nach zwei Durchläufen die Mannschaft aus Tschechien mit neuem Weltrekord (25,28 Sek.). Aber auch das deutsche Team lag davon nicht weit entfernt und stellte auch hier einen neuen deutschen Rekord mit 26,56 Sek. auf und erreichte damit einen starken sechsten Platz. Die besondere Leistung, im Gegensatz zu dem nach CTIF ausgeschriebenen Löschangriff, besteht hierbei in der Nutzung von C52 und 20m Schläuchen sowie der Rosenbauer Tragkraftspritze. Somit kann man die hier erbrachten Ausnahmeleistungen nicht mit denen des WM-Pokals gleich setzen.

Nach diesen ereignisreichen Tagen beglückwünschen wir alle Sieger. Vor allem Russland, die das Gesamtklassement vor Weißrussland und Kasachstan gewannen.Für die deutschen Mannschaften ging mit dieser siebten WM die erfolgreichste WM zu Ende. Noch nie schnitt eine deutsche Mannschaft zu gut ab. In der Gesamtwertung erreichte man den achten Platz. Eine hervorragende Leistung, wenn man bedenkt, dass die deutschen Feuerwehrsportler, im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern dieser WM, keine Berufssportler auf diesem Gebiet sind. Zitat: Kapitän der Mannschaft Hannes Rost: „Einstellig, das war mein Ziel!“

Die nächste WM wird 2013 in Antalya/Türkei stattfinden.

Ebenfalls am Samstag und Sonntag wurde in diesem Zusammenhang der WM-Pokal im Löschangriff ausgetragen. Bei den Frauen wie bei den Männern konnten Spitzenleistungen bewundert werden. Hier gewannen bei den Frauen das Team Lausitz mit 26,85 Sekunden und bei den Männern das Team aus Stücken mit 22,48 Sekunden.

Hier noch einmal die jeweils ersten drei jeder Disziplin.

Hakenleiter (Ergebnisse Finalläufe)

1. Uladzimir Stralchenia
Weißrussland (Belarus)
12,95 s (Weltrekord egalisiert)

2. Ruslan Khubetcov
Russland (Russia)
13,22 s

3. Sergey Gurchenkov
Russland (Russia)
13,41 s

100m Hindernislauf (Ergebnisse Finalläufe)

1. Vladimir Sidorenko
Russland (Russia)
15,20 s

2. Sergey Afanasyev
Russland (Russia)
15,29 s

3. Roman Vagner
Kasachstan (Kazakhstan)
18,67 s

Zweikampfwertung (Zeiten aus den Vorläufen)

1. Sergey Afanasyev
Russland (Russia)
13,14 / 15,48
Gesamt: 28,62 s (Weltrekord)

2. Uladzimir Stralchenia
Weißrussland (Belarus)
13,11 / 15,81
Gesamt: 28,92 s

3. Vladimir Sidorenko
Russland (Russia)
13,79 / 15,13
Gesamt: 28,92 s

4x100m Hindernisstaffel

1. Russland A (Russia A)
55,32 s

2. Weißrussland B (Belarus B)
55,53 s

3. Weißrussland A (Belarus A)
57,33 s

Löschangriff

1. Tschechien (Czech Republic)
25,58 s (Weltrekord)

2. Russland (Russia)
25,75 s

3. Slowakei (Slovakia)
25,84s

GESAMTWERTUNG

1. Russland

2. Weißrussland

3. Kasachstan

4. Tschechien

5. Polen

6. Ukraine

7. Slowakei

8. Deutschland

9. Estland

10. Usbekistan

11. Litauen

12. Lettland

13. Bulgarien

14. Aserbaidschan

15. Türkei

16. Südkorea

Außer Wertung:

Deutschland II

Österreich

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