WM-Rückkehrer mit Bestzeiten

Am Sonntag, den 21.10.2012, kehrte unsere Nationalmannschaft von der 8. Weltmeisterschaft im Feuerwehrsport aus Antalya (Türkei) zurück. Im Gepäck hatten sie nicht nur persönliche Bestzeiten, sondern auch deutsche Rekorde. Für Hannes Rost war dies die siebte internationale Teilnahme in der Nationalmannschaft im Rahmen der ISFFR Wettkämpfe. Klaus Köster ist seit der Weltmeisterschaft 2011 in Cottbus fester Bestandteil der Delegation. Von bisher fünf Nominierungen konnte Sebastian Neubauer bei den letzten drei Weltmeisterschaften sein Können unter Beweis stellen.

Nationalmannschaft 2012

Nationalmannschaft 2012

Während der drei Wettkampftage wurde den Männern der Nationalmannschaft und weiteren vierzehn Nationen alles abverlangt. Sie begannen am Donnerstag mit der Königsdisziplin des Feuerwehrwettkampfsports, dem Hakenleitersteigen. Bei mehr als 40 Grad im Schatten liefen alle Sportler, nicht nur die Deutschen, zur Höchstform. Die Vorläufe wurden mit einem neuen Weltrekord (12,56 Sekunden) von Albert Loginov (Russland) abgeschlossen. Aus diesen Vorläufen ging leider kein deutscher Sportler ins Finale über. Bester deutscher Hakenleitersteiger war Tom Gehlert mit 14,35 Sekunden (Thüringen Auswahl). Für ihn bedeutete dies Platz 29 von 120. Danach folgte bereits Sebastian Neubauer (Team MV) mit seiner persönlichen Bestzeit von 15,38 Sekunden (Platz 61). Klaus Köster (Team MV) überzeugte ebenfalls mit einem starken Aufstieg, ebenfalls mit neuer persönlicher Bestzeit von 15,72 Sekunden (Platz 77). An diesem Wettkampftag belegte die deutsche Nationalmannschaft den zehnten Platz.

Sebastian Neubauer

Die deutschen Hakenleitersteiger

Deutsche Hakenleitersteiger

Albert Loginov

Albert Loginov

Am abendlich stattfindenden Halbfinale und Finale standen lediglich acht Sportler aus Russland, Weißrussland und Ukraine am Start. Zu guter Letzt lieferten sich im Finallauf Russland, u.a. mit dem amtierenden Rekordhalter Albert Loginov, und Weißrussland, u.a. mit dem amtierenden Weltmeister U. Strelchenja, einen spannenden Kampf. Uladzimir Strelchenja war nervenstark genug, um diesem packenden Finale standzuhalten und sicherte sich, wie schon im letzten Jahr, den Weltmeistertitel mit einer Zeit von 13,06 Sekunden. Herzlichen Glückwunsch.

Finale Zeit

Finale Zeit

Sieger Hakenleitersteigen

Sieger Hakenleitersteigen

Uladzimir Strelchenja

Uladzimir Strelchenja

Am Freitag bestritten unsere Sportler den Wettkampf der 100m-Hindernisbahn. Obwohl unsere Sportler sehr gute Läufe und Zeiten präsentierten, waren die tschechischen, russischen und weißrussischen Wettkämpfer unerreichbar. Es ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass in den ehemaligen Ostblockstaaten der Feuerwehrsport nachwievor einen viel höhren Stellenwert besitzt als in Deutschland. Dort sprechen wir von Berufsportlern, die sechs mal die Woche, zwei mal täglich jeweils 3 Stunden trainieren, auch mit existenziellem Hintergrund.

Bester deutscher Wettkämpfer war Marian Laue (Team Lausitz) mit einer hervorragenden Zeit von 17.07 Sekunden. Damit platzierte er sich auf Rang 49 von 117 internationalen Wettkämpfern. Darauf folgte schon Klaus Köster mit einer weiteren persönlichen Bestzeit von 17,10 Sekunden. Tommy Paulick (Team Lausitz) mit 17,29 Sekunden und Sebastian Neubauer mit 17,43 Sekunden folgten knapp und zeigten ebenso wie die anderen deutschen Sportler einen spitzen 100m-Hindernisbahn-Wettkampf. Auch in diesen Vorläufen dominierten die Russen und Weißrussen. Uladzimir Stelchenja lief ganz knapp mit 15,03 Sekunden am Weltrekord (15,02 Sekunden) vorbei, qualifizierte sich ganz sicher für das Halbfinale. Der Weltmeister von 2011, Vladimir Sidorenko, schaffte ebenfalls den Sprung mit 15,10 Sekunden unter die besten acht Halbfinalsiten. Ebenso der tscheschische Sportler Jakub Pěkný erkämpfte sich im Vorlauf mit 15,11 Sekunden die Teilnahme am Halbfinale.

Sebastian Neubauer

Sebastian Neubauer

Sebastian Thäle

Sebastian Thäle

Internationale Sportler im Finale

Internationale Sportler im Finale

Im Finale setzte sich dann Jakub Pěkný durch. Ein Finallauf wird am Verteiler entschieden, und dort setzte er sich dann gegen die gleichstarke Konkurrenz ab und wurde mit einer Zeit von 15,12 Sekunden Weltmeister 2012. Auch hier herzliche Glückwünsche.

Jakub Pěkný

Jakub Pěkný

Sieger 100 m HB

Sieger 100m-Hindernisbahn

Am Nachmittag dieses Wettkampftages startete die 4x100m-Hindernisstaffel. Die erste deutsche Staffel wurde besetzt durch Klaus Köster, Sebastian Neubauer, Hannes Rost und Tom Gehlert. Sie sind ein erfahrenes Team und konnten mit einer hervorragenden Leistung nicht nur für die zweite deutsche Staffel einen Grundstein legen, sondern sicherten sich gleichzeitig einen neuen deutschen Rekord (60,87 Sekunden).

1. deutsche Staffel

Erste deutsche Staffel

H. Rost wechselt auf T. Gehlert

H. Rost wechselt auf T. Gehlert

Die zweite deutsche Staffel mit René Frost, Tommy Paulick, Maik Endemann und Marian Laue konnte nun all ihren Mut und das Risiko auf sich nehmen, um die Eine-Minute-Marke in Angriff zu nehmen. Sie schöpften aus den Vollen und liefen mit 60,27 Sekunden zum neuen deutschen Rekord. Man muss ja auch weiterhin Ziele haben. Herzlichen Glückwunsch.

Die Staffelplatzierungen verteilten sich bei dieser Weltmeisterschaft auf Russland mit 54,23 Sekunden, Weißrussland mit 54,30 Sekunden und der Ukraine mit 54,46 Sekunden.

Russland - Sieger 4 x 100m

Russland – Sieger 4x100m

Auch am Samstag, dem letzten Wettkampftag, wurden wieder Rekorde geknackt. Der Löschangriff, als die technisch aufwändigste Disziplin, rundete diese Weltmeisterschaft ab. Vorab eine kurze Information: Der Löschangriff nach der ISFFR wird mit C52 bestritten, die 20 m lang sind. Es ist nicht mit dem Material zu vergleichen, welches auf Deutschlands Paletten zu finden ist. Dies ist jedes Jahr eine neue Herausforderung für das Löschangriff-Team, sich bei einer Trainingszeit von lediglich 15 Minuten auf das unbekannte Material einzustellen.

In Antalya gingen als deutsche Löschangriffbesetztung René Frost (C) , Tommy Paulick (Verteiler), Sebastian Thäle (B), Hannes Rost (C), Tom Gehlert (Saugkorb),  Maik Endemann (Mitte A) und Marian Laue (Maschinist) an den Start. Leider haben alle Hoffnung auf eine Medaille und Bemühungen nicht geholfen. Mit einer Zeit von 29.20 Sekunden belegten sie letztendlich den neunten Platz. Kontinuierliches Training in einer Stammbesatzung, wettkampfgemäßes Trainingsmaterial, so wie es bei dem entsprechenden internationalen Wettkampf zu Verfügung gestellt wird, und eine gute Portion Glück sollten eben Berücksichtigung finden. Neue Weltmeisterschaft, neues Glück – wir drücken euch die Daumen!

Dt. Löschangriffbesetzung

Deutsche Löschangriffbesetzung

Sie kämpfen!

Sie kämpfen!

T. Gehlert am Saugkorb

T. Gehlert am Saugkorb

Der erwähnte neue Weltrekord wurde von der tscheschischen Nationalmannschaft erkämpft. Ihr Lauf war erstklassig. Sie gewannen mit einer Zeit von 25,14 Sekunden und verteidigen ihren Weltmeistertitel von 2011 aus Cottbus. Herzlichen Glückwunsch.

Sieger - Löschangriff

Sieger – Löschangriff

Es gibt noch eine weitere, meist unerwähnte Wertung bei der Weltmeisterschaft – die Zweikampfwertung (Summe aus bester Zeit Hakenleitersteigen + beste Zeit 100m-Hindernisbahn). Bester Deutscher Sportler war Sebastian Neubauer aus dem Team MV. Er belegte Platz 49 von 101. Ihm folgte auf Platz 50 und mit zwei neuen persönlichen Bestzeiten Klaus Köster, ebenfalls Team MV. Hervorheben wollen wir auch die Leistung von Tommy Paulick (Team Lausitz), der im deutschen Klassement zur Spitze gehört. Seine Leistungen werden mit Platz 51 in der Zweikampfwertung belohnt. Herzlichen Glückwunsch.

Auch allen bis jetzt nicht genannten Sportlern gratulieren wir zu einer hervorragenden Leistung. Ihr habt dazu beigetragen und seit ein Teilstück des Erfolges.

Diese Weltmeisterschaft beendete unsere Nationalmannschaft mit dem elften Platz. Ihr habt alle zu Hause gebliebenen Sportler stolz gemacht und den deutschen Feuerwehrsport sehr gut präsentiert und vertreten. Wir danken den Trainern und Verantwortlichen, dass auch Sportler des Team MV zur deutschen Nationalmannschaft nominiert und delegiert wurden und ihr Können international unter Beweis stellen konnten.

Zu guter Letzt möchte wir den mitgereisten Fans und dem Antalya-Express ein Lob aussprechen. Euer Engagement und die Liebe zum Feuerwehrsport haben die Sportler beflügelt und zu Bestleistungen angetrieben. Macht weiter so!

Antayla Express

Antalya Express

dt. Fans

Deutsche Fans

Ergebnislisten:

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